Goldene Regeln
für's Meeting
Knigge gab sich einst die Mühe, das Verhalten bei Hofe zu definieren.
Ich mach's jetzt für Meetings (Knigge kann ja wohl nicht mehr...).
Scheiß auf die Uhr
- Vermeide es pünktlich zu erscheinen. Es macht
immer einen besonders guten Eindruck, wenn du abgehetzt zur Tür
hereinstürmst wenn alle anderen bereits sitzen. Sie sehen wie
du beschäftigt und somit wichtig fürs Unternehmen bist.
- Entschuldige dich lauthals beim öffnen der
Tür. Sicher stört es den Redner nicht, wenn du seine Ausführungen
unterbrichst. Schließlich interessiert jeden, dass dein Auto
nicht angesprungen ist, du bis eben noch telefonieren musstest, oder
dass du dich erst nach dem richtigen Konferenzraum beim Empfang erkundigen
musstest.
- Erkundige dich, was du verpasst hast. Wenn du schon
zu spät bist, macht es auf den Meetingleiter einen ausgesprochen
guten Eindruck, wenn du herumfagst, was beschlossen wurde. Sicher wird
man dir gerne alles nochmal erzählen.
Spontan sein
- Wer braucht schon Vorbereitung? Setz dich einfach
ins Meeting und hör zu. Mails, in denen vorab bereits eine Agenda
festgelegt wird, gehören sowieso in den Papierkorb. Wer liest
sowas schon und informiert sich über die Themen vorab? So stellst
du sicher, nicht mit irgendwelchen Vorurteilen vorbelastet zu sein.
- Equipment ist Balast. Nimm nichts mit! Sicher wird
man dir gerne Kugelschreiber und Papier leihen.
Währenddessen
- Fingernägel kauen ist eine allseits beliebte
Art, sich in Meetings die Zeit zu vertreiben. Es fördert die Konzentration
aller Teinehmer, wenn du nagend am Tisch sitzt. Und kosteneffizient
ist es auch: So musst du das nicht mehr während deiner wertvollen
Arbeitszeit erledigen, die du doch sinnvoll nutzen solltest.
- Zur Raucherpause treiben solltest du unbedingt alle
30 Minuten. Deine rauchenden Kollegen werden es dir danken. Die Nichraucher
unter den Teilnehmern genießen gerne eine passive Zigarette oder
lassen sich im Nachhinen über die vor der Tür besprochenen
Themen informieren.
- Eine bequeme Sitzhaltung fördert die Konzentration
ungemein. Kollege XY, der gerade spricht, wird sich sicher nicht an
deiner lässigen Geste stoßen, wenn er sein neues Projekt
vorstellt, das er mit Herzblut durchgeführt hat.
- Zähne stochern: siehe Fingernägel
Der Ton macht die Musik
- Unterbrich den Redner unbedingt, wenn du der Meinung
bist, er redet Blödsinn. Schließlich wäre es ja schade,
die wertvolle Zeit deiner Kollegen mit irrelevanten Meinungsäußerungen
zu verplempern.
- Eine Koversation mit dem Nachbarn muss gelegentlich
schon sein. Sprich am besten laut und deutlich, damit er nicht nocheinmal
nachfragen muss.
- Diverse Anekdoten aus der Jugend lockern die Athmosphäre
ungemein auf. Ein entspannter Geist ist kreativer, daher sind solche
Einwürfe ins laufende Gespräch durchaus sinnvoll.
- Sei grundsätzlich dagegen wenn irgend etwas
beschlossen werden soll. So kommt die Versammlung nicht in die Verlegenheit,
falsche Entscheidungen zu treffen.
Das war's erst mal. Sicher wird diese Liste auf dem neuesten Stand gehalten,
denn immer mal wieder wird mir ein weiters Pünktchen einfallen,
das dem effizienten Meeting dienlich ist.
Thomas